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CEFA – CENTRO EDUCATIVO FAMILIAR AGRÍCOLA PDF Drucken E-Mail
Wie jeden dritten Sonntag im Monat, macht sich Brigido Vera auf nach Curuguaty (286 km nordwestlich von Asuncion) . Von seinem kleinen Dorf in der Indianergemeinschaft Paso Real, bis bach Curuguaty sind es 60 km, doch diese Tagesreise  mit dem Fahrad nimmt er gerne in Kauf um dort die 3-jaehrige Landwirtschaftsschule zu besuchen. Die CEFA (Centro Educativo Familiar Agricola) gibt es seit Januar 1992 und wurde von dem Steyler Missionar P. Pedro Segovia gegruendet, mit dem Ziel jungen Menschen die Moeglichkeit einer Schulausbildung zu geben, die pastoralen Aufgaben der Pfarrei zu unterstuetzen und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.
 
Brigido ist seit dem Tod seines Vaters als ältester Sohn
als ältester Sohn verantwortlich fuer die Bearbeitung und Bewirtschaftung der 10 ha der Familie. Seit 1 ½  Jahren besucht er die landwirdschaftliche Schule CEFA, die wie ein Internat organisiert ist: Jeweils im 3 Wochen Rhythmus arbeiten die 82 Schueler in einem der Bereiche der CEFA und kehren anschliessend fuer eine Woche in ihre Familien zurueck.
Auf den 110 Ha der Schule gibt es folgende Bereiche:
Gemuesegarten / Baumschule, Viehzucht (Kuehe, Schweine, Huehner, Enten, Gaense, Kaninchen ect.), Agrarproduktionen, Naturreserven (Yerba, Bienen, Wald), Gras und Futterproduktion, und eine Schreinerei.

Ziel dieses Rhythmuses ist es, die Familien in die Ausbildung ihrer Soehne zu integrieren.  Zudem werden 3-4 mal im Jahr Kurse fuer die Schwersten und Muetter durchgefuehrt (z.B.: Herstellung von Sirup oder Seife). Die Schueler sollen das erlernte Wissen in ihren Dorfgemeinschaften auch anwenden und richtig einsetzten koennen, um zu verhindern, dass die Bauern ihr Land verkauft und mit Familien in die Stadt ziehen.

Doch die CEFA vermittelt nicht nur eine praktische Ausbildung in den verschiedenen landwirdschaftlichen Bereichen, sondern die Schueler werden gleichzeitig auch in der Theorie unterrichtet. Seit einigen Jahren werden sogar alle Faecher der 7., 8. und 9. Klasse der Primarschule angeboten, da auf dem Land meist nur Schulen bis zur 6. Klasse existieren. Es soll das Wissen ueber den Anbau der verschiedenen Planzen und Fruechte vermittelt werden, ohne die Natur dabei durch Chemikalien oder Duengemittel zu zerstoeren. Es werden daher auschliesslich biologische Duengemittel und alternative Anbaumethoden eingesetzt.

Der Tagesablauf der Jungen ist fest geregelt: Um 5.00 Uhr stehen sie auf und haben anschliessend bis zum Morgengebet um  6.00 Uhr Zeit zum Studium. Nach dem Fruehstueck beginnt dann die Arbeit auf den Feldern bzw. in den verschiedenen landwirdschaftlichen Bereichen. Anschliessend von 10.00 bis 12.00 Uhr und nach dem Mittagessen von 13.30-15.00  haben sie Unterricht in den  Klassen 7.-9. Bis 17.00 arbeiten die Jungen dann wieder in ihren landwirdschaftlichen Bereichen, und haben nochmals von 18.00 bis 20.00 Uhr Theorieunterricht. Die Zeit zwischen Abendessen um 20.00 Uhr und Nachtruhe um 21.30 Uhr schliesslich steht zur freien Verfuegung, und die Jungen hoeren Musik oder spielen Fussball.

Die Schueler muessen kein Schulgeld bezahlen und CEFA erhaelt vom paragauyischen Landwirtschaftsministerium eine monatliche Unterstuetzung von 3.000 $ pro Monat. Dieser Betrag reicht aber nur aus um die 6 Lehrer und 10 Festangestellte der CEFA zu bezahlen, alle anderen Kosten wie z.B.: Samengut, Ausbesserungen der Gebaeude,Vergroesserung der Produnktion, Anbauversuche auf den Feldern usw. muessen aus der eigenen Produktion erarbeitet werden, bzw. muessen warten da es an ihrer Finanzierung fehlt. Zeitweise unterbrochen ist auch das Anliegen der CEFA ihre Schueler in ihren Dorfgemeinschaften zu begleiten.

Die Zukunft der CEFA ist deshalb ungewiss, da oftmals die staatlichen Subventionen erst mit monatelangen Verstaetungen eintreffen. Doch ihre Aufgabe wird immer wichtiger um jungen Maennern wie Brigido eine Chance zu geben in der sich wandelnden Welt mit ihrern Familien  zu ueberleben, ohne ihre Wurzeln, d.h. ihre Erde und ihre Dorfgemeinschaften, zu erlieren oder zu zerstoeren.
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“Paraguay ist offiziell zweisprachig: Guarani und Spanisch”
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